FAMILIEN STÄRKEN - PERSPEKTIVEN ERÖFFNEN

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Zwischenbilanz eines erfolgreichen Projektes

Projekt FIC in der Firma Xprom Tangerhütte  [(c): Pressestelle Landkreis Stendal]

Im Jahr 2012 ist das Förderprogramm „Familien stärken – Perspektiven eröffnen“ gestartet und läuft zum 30. Juni 2015 aus. Es ist daher an der Zeit, von der Arbeit der Familienintegrationscoaches zu berichten und eine erste Zwischenbilanz des Projektes zu ziehen.

Bis zum heutigen Tag (03.03.2015) wurden 258 Familienbedarfsgemeinschaften in dieses Projekt des Landkreises Stendal aufgenommen. Dies sind insgesamt 734 Personen, davon 382 Personen über 15 Jahre und 352 Personen unter 15 Jahre alt. Vorwiegend betreut werden alleinerziehende Mütter und Väter. Der Anteil der Familienbedarfsgemeinschaften mit einem alleinerziehenden Elternteil beträgt 182.

Bislang konnten 96 Teilnehmer durch die Unterstützung der Familienintegrationscoaches in eine berufliche Erprobung vermittelt werden. Weitere 33 Teilnehmer haben ohne berufliche Erprobung eine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt aufnehmen können. 65 Betroffene haben die berufliche Erprobung von 11 Monaten bereits abgeschlossen. Davon sind 33 Personen nach Ablauf der Förderzeit weiter beschäftigt worden. Genaue Daten werden zum Ende des Projektes vorliegen. Auf jeden Fall sprechen diese Zahlen schon jetzt deutlich für den Erfolg und das Engagement der Familienintegrationscoaches.

Eine, die mit Hilfe der Familienintegrationscoaches eine neue Chance auf dem Arbeitsmarkt erhalten hat, ist Kathrin Sichmund. Sie ist gelernte Verkäuferin und alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Fast anderthalb Jahre war sie arbeitslos und nach Ansicht des Jobcenters nicht bzw. nur schwer auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar. Vom Jobcenter hat sie dann aber den entscheidenden Tipp erhalten: sie bekam von dort einen Hinweis auf einen Internetlink, der sie zur Internetseite der Familienintegrationscoaches des Landkreises Stendal führte und knüpfte dann selbst Kontakt zu diesen.

In einem Erstgespräch informierten die Coaches Kathrin Sichmund über die Möglichkeiten und besprachen die Perspektiven. Gern hätte sie zwar eine Verkaufstätigkeit ausgeübt, jedoch wären die Arbeitszeiten in diesem Bereich schlecht mit der Betreuung ihrer Kinder vereinbar gewesen. Sie war aber offen für andere Tätigkeiten, so dass eine Stelle bei der Firma Ixprom Handels GmbH aus Tangerhütte in Betracht kam.

Die Ixprom Handels GmbH stellt Werbemittel her, d.h. sie ist ein Großhändler für Werbeagenturen. Der Schwerpunkt dieser Firma liegt in der Textilveredlung, sie hat unter anderem eine eigene Stickerei. Daneben ermöglichen Druck- und andere Veredelungstechniken die Herstellung der verschiedensten Werbemittel.

Renè Buchholz, der Geschäftsführer der Ixprom Handels GmbH suchte eine Fachkraft für seine Firma. Wie er selbst ausführt, hätte er Sichmund über ein normales Bewerbungsverfahren sicherlich nicht eingestellt. Durch die Vermittlung der Familienintegrationscoaches kam aber der Kontakt zwischen den beiden zustande. Zunächst absolvierte sie ein zweiwöchiges Praktikum, was ihr einen Einblick in die zukünftige Tätigkeit vermittelte und somit für sie sehr hilfreich war. Zum 01.02.2014 begann dann die geförderte elfmonatige berufliche Erprobung. Diese endete zum 31.12.2014. Mit Datum vom 01.01.2015 ist Kathrin Sichmund nunmehr unbefristet in Vollzeit bei der Firma Ixprom in Tangerhütte beschäftigt.

Der Firmenchef ist sehr zufrieden mit seiner neuen Mitarbeiterin. Das Gute an dem Förderprogramm ist nach seiner Ansicht, dass es nach Ablauf des Förderzeitraumes keine Nachbeschäftigungspflicht gibt. Zwar sollte von Anfang an eine langfristige Stelle in seinem Unternehmen geschaffen werden, die Erprobungszeit von 11 Monaten ermöglicht es jedoch, den Mitarbeiter sehr gut einarbeiten zu können, ihn quasi auszubilden. Und Sichmund hat sich so gut eingearbeitet, dass René Buchholz sie gern weiterbeschäftigt. Gern kam er ihr auch bei der Arbeitszeit entgegen: um Beruf und Kinderbetreuung vereinbaren zu können, kann die Mitarbeiterin den täglichen Arbeitsbeginn eine halbe Stunde vorverlegen.

Negativ war für den Inhaber von Ixprom einzig der bürokratische Aufwand für das Förderprogramm. Den nahm er jedoch in Anbetracht der Gegenleistung wohlwollend in Kauf.

Wir wünschen René Buchholz und Kathrin Sichmund noch viele erfolgreiche gemeinsame Jahre.

03.03.2015

© brain SCC

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